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Kunstnerbiografien


Kim Fupz Aakeson(Autor) – das dänische Manuskript des Museums
Henrique Oliveira (Installationskünstler) – eine Bauminstallation inspiriert von dem Märchen Das Feuerzeug
Louise Alenius (Komponistin) – die vier Originalwerke für das H.C. Andersens Hus: Die Nachtigall, Die Schneekönigin, Das hässliche Entlein und Die kleine Meerjungfrau
Veronica Hodges (Scherenschnittkünstlerin) – eine Papierinstallation inspiriert von der Schwalbe im Märchen Däumelichen
Daniel Handler auch als Lemony Snicket bekannt (Autor) – das englische Manuskript des Museums
Sandra Rilova (Illustratorin) – die Illustrationen für das H.C. Andersens Hus
Lewis Gibson (Sounddesigner) – das ganze Sounddesign des Museums
Timothy David Orme (Animator und Kurzfilmregisseur) – filmische Erlebnis des Reisens in die Fantasie und zurück – inspiriert von eignen Reisezeichnungen des Hans Christian Andersens
Noah Harris (Filmgestalter – Agile Films) – die Mehrheit der verschiedenen Projektionen für das H.C. Andersens Hus
Andy Gent (Puppenmacher) – die Puppen für die Märchen Der standhafte Zinnsoldat, Die kleine Meerjungfrau, Die Schneekönigin und Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
Simon McBurney (Schauspieler) – tritt auf als Hans Christian Andersen für die englische Version der Museumerlebnis
Gerorge Shelbourn, MUTE (Animator) – Animationen von verschiedenen Illustrationen der Sandra Rilova – unter anderem für die Märchen Die kleine Meerjungfrau und Däumelichen Inhaltsverzeichnis Künstlerbiografien.


Kim
Fupz
Aakeson

Kim Fupz Aakeson wurde 1958 in Kopenhagen geboren und machte seinen Abschluss als Drehbuchautor an der
“Danish School of Film“ im Jahr 1996. Sein Debüt gab er 1984 mit dem Kinderbuch Wer wagt es, die Götter zu wecken? Auch als Cartoonist hat er sich einen Namen gemacht mit dem Album Gå løs på livet aus dem Jahr 1982. Im Laufe der letzten 30 Jahre wurde Aakeson mit einer Reihe von Auszeichnungen geehrt, darunter der Kinderbuchpreis des dänischen Kulturministeriums, der Kulturpreis der Kinderbibliothekare, der Kinderbuchpreis der Schulbibliothekare, der Silas Preis und der Kinderbuchpreis von Gyldendal. Er erhielt außerdem einen speziellen Bodil Award für seine Beiträge zum dänischen Film und 2000 einen Robert Award für das beste dänische Drehbuch des Jahres.

*Foto: Robin Skjoldborg

Kim Fupz Aakeson hät für das Museum das Dänische Skript geschrieben

Kim Fupz Aakeson über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
”Mein Wissen über Andersen war ziemlich begrenzt, um es gelinde auszudrücken. Seine Märchen waren mir natürlich bekannt sowie sein Mangel an romantischem Glück und die kleinen Markierungen in seinem Tagebuch, aber sonst nicht viel. Es war also eine neue Welt, die sich mir auftat, als ich tiefer in sie eintauchte. Was für ein Mensch, was für eine Sprache – zerbrechlich und unbezähmbar, neugierig, offen, voller Fernweh, eine Achterbahn der Gefühle. Er kannte sowohl Himmel als auch Hölle, die Herausforderung bestand darin, ihn mir nicht zu fantasievoll vorzustellen. Die Arbeit verlangte von mir aufzupassen, um in dem für mich vorgesehenen Rahmen zu bleiben.“

Henrik Lübker, Creative Director, über Kim Fupz Aakeson
“Für den Auswahlprozess der Autoren für das H.C. Andersen Hus haben wir eine lange Liste von Kriterien erstellt, basierend auf Andersens Art des Erzählens und seinen literarischen Techniken. Die Autorenschaft von Kim Fupz Aakeson weist viele der gleichen Charakteristika auf, die in Andersens Geschichten zu finden sind. Es ist seine Erzähltechnik, die sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene richtet, oft mit einer sprachlichen Verspieltheit. Sie konzentriert sich stärker auf die Beziehungen zwischen den Figuren als auf eine psychologische Tiefe, zum Beispiel in Sallie‘s Stories präsentiert er eine Welt, die wie bei Andersen keine endgültige Moral hat. Die Geschichte deutet keinen Weg zu einer Antwort, sondern eher eine spielerische Freude an den vielen Möglichkeiten der Sprache und des Geschichtenerzählens.”


Henrique Oliveira schuf basierend auf dem Märchen Das Feuerzeug eine Holzinstallation

Henrique Oliveira über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Als ich eingeladen wurde, ein Stück zu Das Feuerzeug zu schaffen, war mein erster Gedanke, dass ich als Ausländer, der von einem anderen Kontinent stammt, niemals eine Interpretation dieses Schriftstellers wagen könnte, der ein fester Bestandteil der dänischen Kultur ist. Doch dann wurde mir bewusst, dass meine Arbeit einen Schnittpunkt zwischen seiner Geschichte und dem neuen H.C. Andersen Hus sein könnte. Die Skulptur wächst aus einer Säule des Gebäudes heraus und versinnbildlicht den magischen Moment der Verwandlung – diesen essenziellen Vorgang von Märchen – als einen entscheidenden Punkt, an dem literarisches Erbe auf die physische Gegenwart treffen kann. Ein banaler Baum, die Antithese zum Fantastischen, die man normalerweise in dieser Art von Geschichten findet, offenbart dem aufmerksamen Beobachter allmählich seine geflickte Natur, die sich aus Teilen anderer toter Bäume zusammensetzt. Das zeitgenössische Paradoxon der immensen Anstrengung, die die Menschheit heute betreiben muss, um das zu haben, was schon immer das Natürlichste der Welt war, in diesem Moment findet Zeit und Raum eine Öffnung, in der die menschliche Vorstellungskraft die harte Realität trifft und den Herausforderungen einer neuen Generation gegenübersteht.”

Henrik Lübker, über Henrique Oliveira
”Henrique Oliveira schafft künstlerische Installationen, die Orte verwandeln. Wie Andersens Universum haben sie einen spielerischen Umgang mit Materialien und die Verwandlung als Thema: Einerseits wirken sie natürlich, auf der anderen Seite sind sie offensichtlich konstruiert und entwickeln sich ständig weiter. Sie bewegen sich von einer Form zur nächsten oder von einem Material zum nächsten. Dies gilt auch für Andersens Märchen, die von Meerjungfrauen, Tannenbäumen, Schneemännern, Pflanzen usw. handeln, die alle auf dem Weg aber nicht an ihrem Ziel sind. Sowohl für Andersen als auch für Oliveira ist es dieser temporäre Zustand und der prozessuale Aspekt, der im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht.“

Henrique Oliveira

Henrique Oliveira ist ein international anerkannter Künstler, geboren und aufgewachsen in Brasilien. Er erwarb seinen Abschluss in visueller Poetik an der “School of Communications and Arts, University”, von São Paulo im Jahr 2007. Bekanntheit erlangte der 47-jährige Künstler durch seine dreidimensionalen Werke aus recyceltem Holz, geprägt von seinen brasilianischen Wurzeln und seiner starken Beziehung zur Natur. Zu seinem Werk zählen u.a. die Kunstinstallation Baitogogo, eine Art riesiger Gordischer Knoten im Palais de Tokyo in Paris und die Ausstellung Something from Nothing im Contemporary Arts Center in New Orleans, Louisiana. Henrique Oliveira erhielt 2018 als Auszeichnung für seine Arbeit den Enku Grand Award vom Museum of Fine Arts, Gifu, Japan und den Prix Pierre Cardin von der Acedémie des Beaux-Arts in Paris.

*Foto: Norbert Miguletz


Louise
Alenius

Louise Alenius wurde 1978 in Charlottenlund nördlich von Kopenhagen geboren. Sie ist eine autodidaktische Komponistin, Sängerin, bildende Künstlerin und Performancekünstlerin. Nach ihrem Schulabschluss zog sie nach Paris und erhielt dort Gesangsunterricht an der Akademie, absolvierte aber nie eine formale Ausbildung. In den 1990-er Jahren begann sie mit der Komposition neuer Musik für den 2. Akt von August Bournonville‘s Ballett Napoli, das 2009 am Dänischen Königlichen Theater uraufgeführt wurde. Sie steht außerdem hinter Werken wie der Einzelaufführungsserie Porøset (2014-2018) am “Danish Royal Theatre“, einer Reihe von szenischen Arbeiten mit jeweils nur einem Zuschauer. Sie hat auch das Chorstück Rite of Nothing (2018) für Cisternerne in Frederiksberg komponiert, sowie die Kammeroper Silent Zone (2018) und die Miniaturoper für Sterbende Prequiem (2016), die für jeweils einen todkranken Patienten aufgeführt wurden. Louise Alenius wurde 2018 ausgezeichnet mit drei Reumert Award Nominierungen und dem P2 Award für das beste Konzerterlebnis und erhielt 2019 den Carl Nielsens & Anne Marie Carl Nielsen’s Ehrenpreis.

*Foto: Ulrik Jantzen

Louise Alenius hat vier Stücke für das H.C. Andersen Hus komponiert: Die Nachtigall, Die Schneekönigin, Das hässliche Entlein und Die kleine Meerjungfrau

Louise Alenius über ihren Beitrag zu H.C. Andersens Hus
”Das Andersen-Museum bietet eine seltsam-schöne Welt, in der die Besucher frei herumschweben können. Je mehr Zeit man darin verbringt, desto mehr verschmelzen Andersens universelle Geschichten mit Reflexionen über das eigene Leben – und vielleicht vergisst man, was zu welcher Sphäre gehört. In der Musik für das Museum arbeite ich mit ‘dem Einfachen und dem Unprätentiösen’ als Tor zum Erhabenen und wilden Anspruchsvollen’, weil Andersen für mich einen Künstler verkörpert, der genau diese Art von Bewegung beherrscht.“

Henrik Lübker, Creative Director, über Louise Alenius
”Louise Alenius ist eine Komponistin und Performance-Künstlerin. Sie ist bekannt für ihre originelle Herangehensweise, in der sie oft die Formate sprengt und dabei ungewöhnliche, aber immer intime und zarte Ausdrucksformen und Erfahrungen kreiert. Wie bei Andersens Märchen hat Alenius Kunst Absichten mit ihrem Publikum. Sie verstört uns und weckt etwas in uns, das wir vergessen hatten.”


Veronica Hodges entwarf eine Installation
basierend auf
der Schwalbe in Däumelinchen

Veronica Hodges über ihren Beitrag zum H.C. Andersens Hus
”Es war eine große Ehre für mich gefragt zu werden, ob ich ein Stück machen möchte für das neue Museum, basierend auf der Schwalbe aus dem Märchen von Däumelinchen. Der Gedanke hinter dem Stück war, eine Sehnsucht nach der Erfahrung von Freiheit und Kraft zu schaffen, die Andersens Symbol der Schwalbe innewohnt, aber auch die Zerbrechlichkeit, die der Geschichte innewohnt zu wahren. Ich hoffe, dass ich durch meine Installation dazu beitragen werde, neue poetische Verbindungen zwischen unserer Welt und Andersens bekanntem Universum zu schaffen.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Veronica Hodges
”Veronica Hodges schafft Installationen, die auf poetische Weise mit den Räumen in einen Dialog treten und diese transformieren. Wir brauchten eine Künstlerin, die die Schwalbe aus dem Märchen auf eine physische Weise interpretiert und zugleich die Leichtigkeit des Fluges der Schwalbe bewahrt. Erst nach einem langen Suchprozess entdeckten wir Hodges. In ihrer Scherenschnittkunst fanden wir eine Anspielung auf Andersen. Aber es war ihre Idee, eine Installation mit einem Schwarm von Schwalben zu schaffen, in dem eine Einzelne herausragt. In dieser Komposition fanden wir sowohl die Leichtigkeit des Schwalbenfluges als auch das Symbol der Freiheit aus Däumelinchen.”

Veronica
Hodges

Veronica Hodges ist eine dänische Scherenschnittkünstlerin, die Kunstwerke, große Installationen, Bühnenbilder und Modestücke aus Papier herstellt. Veronica Hodges machte ihren Abschluss als Bekleidungs- und Bühnenbildnerin an der “Danish School of Design“ im Jahr 2002 und hat in der Szenografie als auch in Installationen für Film und Theater gearbeitet. Nach einem Kunstprojekt bestehend aus Papierkleidern, stürzte sie sich 2010 in die Selbstständigkeit als Papierkünstlerin. Bekanntheit erlangte sie 2018, als sie aus Papier 16.000 Kirschblüten schuf, die von der Decke der Marmorkirche in Kopenhagen schwebten, als Teil der populären Installation Cherish, die den Fokus auf Nachhaltigkeit und
die UN- Nachhaltigkeitsziele legt. Nachhaltigkeit und ihre Vermittlung sind zentrale Themen in Veronica Hodges Werken,dabei wird sie inspiriert von der Natur mit ihrer immanenten Kraft, Fragilen Veränderlichkeit und schönen Ausdrucksweise. Sie versucht dies in einem Papieruniversum einzufangen, in dem die Geduld des Arbeitsprozesses dem Papier einen lebendigen Ausdruck verleiht.

*Foto: Stine Heilmann


Daniel
Handler

Daniel Handler ist ein amerikanischer Schriftsteller und Musiker, der auch unter dem Pseudonym Lemony Snicket bekannt ist. Er wurde 1970 in San Francisco geboren und machte seinen Abschluss an der “Wesleyan University“ in Connecticut, die ihm im selben Jahr auch ihren Poesiepreis verlieh. Daniel Handler hat eine lange Liste von Romanen und Theaterstücken veröffentlicht, ist aber vor allem bekannt durch seine Kinderbuchserie All The Wrong Questions (2012-2015) und A Series von of Unfortunate Events (1999-2006). Letztere wurde mehrfach für die Leinwand adaptiert und mehrfach verfilmt und erhielt 2018 einen Peabody Award in der Kategorie Kind & Jugend Programm. Die Bücher von Daniel Handler bestehen aus einem ständigen Metaspiel voller literarischer Referenzen, dunklem Humor und einem beißenden Sinn für Ironie. Bislang wurde sein Werk in 40 Sprachen übersetzt und 70 Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft.

*Foto: Meredith Heuer

Daniel Handler schrieb das englische Skript für den Museums Audiogiude

Daniel Handler über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Ich bin von Andersens Geschichten fasziniert, solange ich denken kann. Es war ein unheimliches Vergnügen, durch sein Leben und Werk zu wandern und für die Worte verantwortlich zu sein, die er Fremden ins Ohr flüstert.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Daniel Handler
“Als wir die passenden Autoren für das H.C. Andersen Hus finden mussten, haben wir eine lange Liste von Kriterien erstellt, die auf Andersens Art des Erzählens und seine literarischen Techniken aufbauen. Die Autorenschaft von Daniel Handler ist erstaunlich spielerisch und repräsentiert einen sprachlichen Reichtum, Humor und einen beißenden Sinn von Ironie – so wie wir es von Andersen kennen. In ihrem Spiel mit unterschiedlichen Erzählpositionen gelingt es sowohl Handler als auch Andersen auf äußerst unterhaltsame Weise, den Bund mit dem Leser immer wieder neu zu verhandeln und dafür zu sorgen, dass der zentrale Aspekt letztlich das Sprachspiel ist – und nicht die Geschichte selbst.”


Sandra Rilova ist die allgemeine
Illustratorin des H.C. Andersen Hus

Sandra Rilova über ihren Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Bis jetzt handelt es sich um das größte Projekt meines Lebens, und es wird für mich immer eine besondere Bedeutung haben. Ich hatte die Gelegenheit, Hans Christian Andersen kennenzulernen, zu erfahren wie er zu dem herausragenden Erzähler wurde und Einblick in sein umfassendes Vermächtnis zu bekommen, das er uns hinterlassen hat. Das Werk von Andersen ist an sich schon eine Welt der Inspiration. Es ist großartig, dass ich alle seine Märchen wiederentdeckt habe und diese einzigartige Möglichkeit hatte, seine Worte visuell zum Leben zu erwecken. Seine künstlerische Arbeit, seine Scherenschnitte und Zeichnungen waren dabei eine große Inspiration für mich. Mit dem Zusammenspiel meiner Illustrationen und Andersens Werk möchte ich Menschen neugierig machen und ein Fenster zu ihrer Fantasie öffnen.“

Henrik Lübker, Creative Director, über Sandra Rilova
”Das Besondere an Sandra Rilova ist, dass sie in einem einzigen Bild Geschichten mit mehreren Ebenen erzählen kann, durch die Arbeit mit Negativräumen der Bilder. Auf diese Weise etabliert sie, genau wie Andersen, ein Wechselspiel zwischen dem Konkreten und dem Symbolischen, zwischen dem Raum der Handlung und der existenziellen Bedeutung. Gleichzeitig ist ihr Universum zart, poetisch und subtil.”

Sandra
Rilova

Sandra Rilova ist eine spanische Künstlerin, die ihren Abschluss in bildender Kunst an der Universität von Bilbao absolvierte, sowie an der Eina in Barcelona in Illustration. Sie begann ihre Karriere als Illustratorin im Jahr 2018, seitdem arbeitet sie an Illustrationen für Bücher, Redaktionen, Werbung sowie für Schulen und Institutionen. Ihre Illustrationen wurden veröffentlicht in Publikationen wie Jostein Gaarder’s Sophies World (2019), Charles Perrault’s Donkeyskin (2017) und The Queen of Spades von Alexander Puschkin (2016). Sandra Rilova‘s Arbeit hat viel Lob und eine Reihe von Auszeichnungen und Nominierungen erhalten, darunter den World Illustration Awards 2017, Latin American IIlustración 5. 2020 war sie Finalistin bei der Golden Pinwheel Young Illustrators Competition im 2020.

*Foto: Bruno Rilova


Lewis
Gibson

Lewis Gibson ist ein britischer Sounddesigner, Regisseur und Drehbuchautor. Er absolvierte sein Bachelor Studium
in Musik am „Dartington College of Arts“ im Jahr 1999.
Im Laufe seiner Karriere realisierte er Installationen, Soundtracks und Klangkunst für Galerien, Museen und
Kunstfestivals wie der Tate Britain, dem Greenwich & Docklands Festival, Battersea Arts Center, New Zealand Fringe Festival und Museum of London. Lewis Gibson hat an Stücken gearbeitet, die auf der ganzen Welt
aufgeführt wurden – vom Theater für Studenten in einem Plattenladen in Tokio bis hin zu Aufführungen im nationalen Opernhaus in Damaskus. Nebenbei ist Lewis Gibson auch einer der Gründer der arabischen Theaterkompanie SARAB, die seit 2002 weltweit tourt und die Aufmerksamkeit auf Themen wie Kultur, Geschichte, Identität und Sprache lenkt.

*Foto: Ludovic des Cognets

Lewis Gibson ist verantwortlich für das gesamte Sounddesign des Museums

Lewis Gibson über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Andersen ist in vielerlei Hinsicht mit meiner Karriere verbunden. Mein erster Theaterjob als Komponist und Musiker war für eine Produktion von Die Nachtigall, die durch Schulen in Großbritannien tourte. Meine erster Arbeit als Theaterregisseur war 2012 für eine Adaption von Der standhafte Zinnsoldat. Auch meine erste Solo-Show The Day I Fell Into A Book führte mich in gewisser Weise zur Arbeit an diesem Projekt, da sie Szenen aus Die roten Schuhe und Die kleine Meerjungfrau als Teil einer größeren Erzählung enthielt. Ich dachte, ich kenne Andersen, aber nachdem ich für diese Ausstellung alle seine Märchen gelesen habe, wurde mir klar, dass ich das nicht tat. Die Zerbrechlichkeit, die Dunkelheit, die Verwendung von Metaphern und vor allem der Humor, den er in alle seine Geschichten einbettet, wirkt sehr modern, scharf und voller Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Es war ein echtes Abenteuer, in seine Arbeit und sein Leben einzutauchen und dabei mit so vielen faszinierenden Menschen zusammenzuarbeiten.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Lewis Gibson
”Lewis Gibson ist ein Sounddesigner und Schöpfer theatralischer Erlebnisse, die den Einsatz von Klang betonen. Er untersucht, wie die Schnittmenge zwischen Sounddesign und Technologie besondere Erlebnisse schaffen kann. Im H.C. Andersen Hus arbeiten wir mit einem völlig neuen Soundsystem, das es möglich macht, dass der Klang und das Spiel mit dem Klang ein zentraler Teil des Erlebnisses werden. Gibson hat ein wunderbares Gespür dafür, wie man Klang manipulieren kann, um sowohl Intimität als auch Distanz zu schaffen, was unglaublich gut zu Andersens Universum passt.”


Timothy David Orme hat eine filmische Arbeit
über das Reisens in die Fantasie
und zurück erstellt – basierend auf
Andersen eigenen Reisezeichnungen.

Timothy David Orme über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Wie so viele Menschen, bin ich in der einen oder anderen Form mit Andersens Geschichten aufgewachsen. Es ist eine Ehre, ein Teil davon zu sein, wie diese Geschichten an ein zukünftiges Publikum weitergegeben werden, und ich bin dankbar für die für die Möglichkeit, ein Teil dieses erstaunlichen Museums zu sein.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Timothy
„Schwerpunkt Kurzfilme sind. Wir wählten ihn als Künstler für eine Installation, bestehend aus 10 synchronisierten Bildschirmen, die als zusammenhängendes Werk den Besuchern eine Reise durch Andersens Universum als ein allumfassendes und sinnliches Phänomen ermöglicht. Orme hat zuvor eine Reihe von preisgekrönten Kurzfilmen gedreht, und es war insbesondere einer von ihnen – Afterlight – der uns inspirierte.”

Timothy
David
Orme

Timothy David Orme ist ein Animator, Filmemacher und Autor, der vor allem für seine Kurzfilme bekannt ist. Seine Filme wurden weltweit im Rahmen von Kunstveranstaltungen und Filmfestivals gezeigt, wie dem European Media Arts Fest, dem Jihalva Internationales Dokumentarfilmfestival, Raindance und Ann Arbor Film Festival. Sein Film Afterlight (2013) erforscht die Dunkelheit und Leichtigkeit des Geistes und hat eine Reihe von Preisen gewonnen, darunter den Hauptpreis beim Toronto Urban Film Festival im Jahr 2013 und den Preis für die beste Animation beim Rabbit Heart Poetry Film Festival im Jahr 2014.


Noah
Harris

Noah Harris ist ein britischer Grafikdesigner und
Filmemacher, der mit seiner roduktionsfirma Agile Films vor allem im Bereich Animation und Live-Action für Werbespots, Musikvideos und Kurzfilme arbeitet.
Er studierte traditionelles Grafikdesign und begann bald, Animation und das Filmemachen in seine Arbeit zu integrieren. Noah Harris hat Filme für hochkarätige Namen wie WWF, Ford, Google und Grolsch realisiert
und hat zuletzt mit Gorillaz zusammengearbeitet, an dem Musikvideo zu Garage Palace mit Little Simz aus dem Jahr 2017. Seine Arbeit erhielt viel Anerkennung unteranderem von D&AD, The UK MVAs, British Arrows und Creative Review.

*Foto: Kitty Nasmyth

Noah Harris ist der Kopf hinter den meisten Projektionen rund um das H.C. Andersen Hus

Noah Harris über seinen Beitrag zu H.C. Andersens Hus
“Während des letzten Jahres hatte ich die Freiheit, die Welt von Hans Christian Andersen zu erforschen und eine eigene visuelle Antwort oder sogar Begleitung zu seinem Werk zu schaffen. Obwohl es sich vordergründig um klassische Märchen handelt, sind Andersens Geschichten von Zweideutigkeit durchdrungen, es gibt selten ein traditionelles Happy End, was mir die Freiheit gibt, die dunkleren Untertöne der Geschichten zu erforschen und ein einzigartiges Gefühl von Atmosphäre und Stimmung zu schaffen. Die Zeit zu haben, diesen Prozess zu durchlaufen und natürlich in der Lage zu sein, eine Gruppe wirklich großartiger kreativer Köpfe zusammenzubringen, um gemeinsam die perfekte Lösung zu finden, macht dieses ganze Projekt zu etwas Besonderem. Es ist seltsam zu denken, dass ein so großes Thema wie das Werk von Hans Christian Andersen zu einer so persönlichen Reise werden kann – wenn man jedoch darüber nachdenkt, welche Art von Reise könnte es sonst sein?”

Henrik Lübker, Creative Director, über Noah Harris
”Ich kannte Noah Harris nicht, als die usstellungsdesigner von Event Communications mich ihm vorstellten. Aber er zeigte ein tiefes Verständnis sowohl für Andersens Universum und als auch für das Museumsprojekt. Von der bedrohlichen Unterwasserwelt der Meerjungfrauen bis zum tragischen Schicksal des kleinen Streichholzmädchens, von der wilden Reise des unerschütterlichen Zinnsoldaten bis zum Schwanenflug des hässlichen Entleins: Noah Harris hat zutiefst poetische und schöne Visualisierungen von Andersens Märchenwelt geschaffen.”


Andy Gent ein Puppenmacher, der die Puppen geschaffen hat für Der standhafte Zinnsoldat, Die kleine Meerjungfrau, Die Schneekönigin und
Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern

Andy Gent über seinen Beitrag zu H.C. Andersens Hus
“Mit großer Freude wurde ich von Noah Harris gebeten, einige Figuren für dieses erstaunliche und einzigartige Projekt zum Leben zu erwecken. Mit diesen Charakteren sind wir alle aufgewachsen und haben ein klares Bild von ihnen vor unseren Augen. Sie hier zu sehen, wie sie sich bewegen und herumlaufen, war also ein wahr gewordener Traum. Durch den Einsatz von Stop-Motion-Animation, Puppenspieltechniken sowie traditionellen und alten Erzähltechniken wollen wir die berühmten Figuren von Hans Christian Andersen in unsere Welt bringen – realistisch und plastisch.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Andy
”Andy Gent war der Puppenmacher bei Filmen von Tim Burton und Wes Anderson und ist ganz offensichtlich talentiert. Deshalb war es auch eine große Freude, als er zusagte, Teil der Gestaltung dieses neuen Museums zu werden. Seine Ästhetik bringt etwas Organisches, Taktiles und eine poetische Schönheit, die gut zum Rest der Ausstellung und der Architektur selbst passt.”

Andy
Gent

Andy Gent ist ein britischer Puppenmacher, der Puppen für Animationsfilme, Stop-Motion-Filme und Werbespots herstellt. Sein Interesse an mechanischem Spielzeug wurde in seiner Kindheit geweckt und verfestigte sich, als er seine ersten beiden Kurzfilme an der Universität drehte.

Andy Gent macht seit mehr als 25 Jahren Puppen. Er steuerte Puppen zu Tim Burtons Stop-Motion-Film Corpse Bride (2005) bei, genauso steckt er auch hinter mehr als tausend verschiedenen Hundepuppen in Wes Andersons Stop-Motion Komödien Drama Isle of Dogs (2018).


Simon
McBurney

Simon McBurney ist ein britischer Schauspieler,
Drehbuchautor und Theatermanager. Er absolvierte sein Studium 1980 in Cambridge in englischer Literatur, seine Fähigkeiten auf der Bühne baute er am “Institut Jacques Lecoq“ in Paris aus. 1983 gründete er mit Annabel Arden und Marcello Magni die Theatergruppe “Théâtre
de Complicité“, dessen Leiter er heute ist. Im Laufe der Jahre hat er mehrere spektakuläre Stücke auf die Bühne gebracht, darunter Shakespeare, Beckett, Brecht, Ruzzante und Arthur Miller. Er hat auch Headliner-
Shows auf Festivals produziert, wie zum Beispiel seine Produktion von Der Meister und Margarita im Jahr 2012 für das Festival von Avignon und Beware of Pity für die Schaubühne in Berlin im Jahr 2015. Neben seiner Arbeit im Theater hat er auch in einer Reihe von Filmen mitgespielt, darunter Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1, Robin Hood, Der goldene Kompass, Die Entdeckung der Unendlichkeit und Mission Impossible – Rogue Nation. 2005 wurde er für seine treuen Dienste auf dem Gebiet des Schauspiels zum “Officer of the Order of the British Empire“ ernannt.

*Foto: Francisco Peralta Torrejón

Simon McBurney spielt Hans
Christian Andersen in der englischen
Version des Museumserlebnisses

Henrik Lübker, Creative Director, über Simon McBurney
”Simon McBurney ist ein Schauspieler und Theatermanager, der sich genau wie Andersen für das Innenleben und die transformativen Qualitäten eines jeden Individuums interessiert. In seinem Universum können sich Bücher in Vögel verwandeln, ein Stuhl kann zu einem Menschen aus der Jungsteinzeit werden, und ein Stück Stoff kann zu singen beginnen. Aber auch in seinem eigenen Handeln besitzt er eine seltsame Dualität zwischen zarter Zerbrechlichkeit und Eitelkeit, die Andersens Geist unglaublich gut einfängt.“


George Shelbourn erweckt eine Reihe von
Sandra Rilovas Illustrationen zum Leben, darunter
Die kleine Meerjungfrau und Däumelinchen

George Shelbourn über seinen Beitrag zu H.C. Andersens Hus
“Wir hatten das Vergnügen, über ein Jahr lang mit dem Museum zusammenzuarbeiten, während wir den Großteil der animierten Inhalte für die Installationen produzierten. Das Projekt hat uns wirklich aus unserer Komfortzone herausgebracht und uns dazu inspiriert, einen erzählerischen Ansatz für die Animationen zu gehen. Andersens Werk wurde schon so oft nachgestellt, dass wir die Möglichkeit hatten, den Geschichten, die wir alle so gut kennen, eine eigene Note zu geben.”

Henrik Lübker, Creative Director, über George Shelbourn
”George Shelbourn hat ein besonderes Talent, wenn es darum geht, eine komplizierte Erzählung zu komprimieren und in eine einfache visuelle Geschichte zu verwandeln, die er basierend auf den Illustrationen von Sandra Rilova inszeniert und animiert.”

George
Shelbourn

George Shelbourn ist ein britischer Animator und Illustrator, der an der „Lincoln University“ seinen Abschluss in Medienproduktion absolvierte. Seine ersten Erfahrungen mit Animation machte er im Alter von fünf Jahren. Erst nachdem sein erster Kurzfilm von Vimeo ausgewählt wurde, entschied er sich endgültig diesen Weg zu gehen. Im Jahr 2012 wurde er Head of Animation bei Casual Films, und arbeitete zusammen mit Kunden wie Wimbledon, IBM, Samsung und PwC. Im Jahr 2017 machte sich George Shelbourn selbstständig und ist heute der Leiter von MUTE Animation Studio.


Kunstnerbiografien


Kim Fupz Aakeson(Autor) – das dänische Manuskript des Museums
Henrique Oliveira (Installationskünstler) – eine Bauminstallation inspiriert von dem Märchen Das Feuerzeug
Louise Alenius (Komponistin) – die vier Originalwerke für das H.C. Andersens Hus: Die Nachtigall, Die Schneekönigin, Das hässliche Entlein und Die kleine Meerjungfrau
Veronica Hodges (Scherenschnittkünstlerin) – eine Papierinstallation inspiriert von der Schwalbe im Märchen Däumelichen
Daniel Handler auch als Lemony Snicket bekannt (Autor) – das englische Manuskript des Museums
Sandra Rilova (Illustratorin) – die Illustrationen für das H.C. Andersens Hus
Lewis Gibson (Sounddesigner) – das ganze Sounddesign des Museums
Timothy David Orme (Animator und Kurzfilmregisseur) – filmische Erlebnis des Reisens in die Fantasie und zurück – inspiriert von eignen Reisezeichnungen des Hans Christian Andersens
Noah Harris (Filmgestalter – Agile Films) – die Mehrheit der verschiedenen Projektionen für das H.C. Andersens Hus
Andy Gent (Puppenmacher) – die Puppen für die Märchen Der standhafte Zinnsoldat, Die kleine Meerjungfrau, Die Schneekönigin und Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
Simon McBurney (Schauspieler) – tritt auf als Hans Christian Andersen für die englische Version der Museumerlebnis
Gerorge Shelbourn, MUTE (Animator) – Animationen von verschiedenen Illustrationen der Sandra Rilova – unter anderem für die Märchen Die kleine Meerjungfrau und Däumelichen Inhaltsverzeichnis Künstlerbiografien.


Kim
Fupz
Aakeson

Kim Fupz Aakeson wurde 1958 in Kopenhagen geboren und machte seinen Abschluss als Drehbuchautor an der
“Danish School of Film“ im Jahr 1996. Sein Debüt gab er 1984 mit dem Kinderbuch Wer wagt es, die Götter zu wecken? Auch als Cartoonist hat er sich einen Namen gemacht mit dem Album Gå løs på livet aus dem Jahr 1982. Im Laufe der letzten 30 Jahre wurde Aakeson mit einer Reihe von Auszeichnungen geehrt, darunter der Kinderbuchpreis des dänischen Kulturministeriums, der Kulturpreis der Kinderbibliothekare, der Kinderbuchpreis der Schulbibliothekare, der Silas Preis und der Kinderbuchpreis von Gyldendal. Er erhielt außerdem einen speziellen Bodil Award für seine Beiträge zum dänischen Film und 2000 einen Robert Award für das beste dänische Drehbuch des Jahres.

*Foto: Robin Skjoldborg

Kim Fupz Aakeson hät für das Museum das Dänische Skript geschrieben

Kim Fupz Aakeson über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
”Mein Wissen über Andersen war ziemlich begrenzt, um es gelinde auszudrücken. Seine Märchen waren mir natürlich bekannt sowie sein Mangel an romantischem Glück und die kleinen Markierungen in seinem Tagebuch, aber sonst nicht viel. Es war also eine neue Welt, die sich mir auftat, als ich tiefer in sie eintauchte. Was für ein Mensch, was für eine Sprache – zerbrechlich und unbezähmbar, neugierig, offen, voller Fernweh, eine Achterbahn der Gefühle. Er kannte sowohl Himmel als auch Hölle, die Herausforderung bestand darin, ihn mir nicht zu fantasievoll vorzustellen. Die Arbeit verlangte von mir aufzupassen, um in dem für mich vorgesehenen Rahmen zu bleiben.“

Henrik Lübker, Creative Director, über Kim Fupz Aakeson
“Für den Auswahlprozess der Autoren für das H.C. Andersen Hus haben wir eine lange Liste von Kriterien erstellt, basierend auf Andersens Art des Erzählens und seinen literarischen Techniken. Die Autorenschaft von Kim Fupz Aakeson weist viele der gleichen Charakteristika auf, die in Andersens Geschichten zu finden sind. Es ist seine Erzähltechnik, die sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene richtet, oft mit einer sprachlichen Verspieltheit. Sie konzentriert sich stärker auf die Beziehungen zwischen den Figuren als auf eine psychologische Tiefe, zum Beispiel in Sallie‘s Stories präsentiert er eine Welt, die wie bei Andersen keine endgültige Moral hat. Die Geschichte deutet keinen Weg zu einer Antwort, sondern eher eine spielerische Freude an den vielen Möglichkeiten der Sprache und des Geschichtenerzählens.”


Henrique Oliveira schuf basierend auf dem Märchen Das Feuerzeug eine Holzinstallation

Henrique Oliveira über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Als ich eingeladen wurde, ein Stück zu Das Feuerzeug zu schaffen, war mein erster Gedanke, dass ich als Ausländer, der von einem anderen Kontinent stammt, niemals eine Interpretation dieses Schriftstellers wagen könnte, der ein fester Bestandteil der dänischen Kultur ist. Doch dann wurde mir bewusst, dass meine Arbeit einen Schnittpunkt zwischen seiner Geschichte und dem neuen H.C. Andersen Hus sein könnte. Die Skulptur wächst aus einer Säule des Gebäudes heraus und versinnbildlicht den magischen Moment der Verwandlung – diesen essenziellen Vorgang von Märchen – als einen entscheidenden Punkt, an dem literarisches Erbe auf die physische Gegenwart treffen kann. Ein banaler Baum, die Antithese zum Fantastischen, die man normalerweise in dieser Art von Geschichten findet, offenbart dem aufmerksamen Beobachter allmählich seine geflickte Natur, die sich aus Teilen anderer toter Bäume zusammensetzt. Das zeitgenössische Paradoxon der immensen Anstrengung, die die Menschheit heute betreiben muss, um das zu haben, was schon immer das Natürlichste der Welt war, in diesem Moment findet Zeit und Raum eine Öffnung, in der die menschliche Vorstellungskraft die harte Realität trifft und den Herausforderungen einer neuen Generation gegenübersteht.”

Henrik Lübker, über Henrique Oliveira
”Henrique Oliveira schafft künstlerische Installationen, die Orte verwandeln. Wie Andersens Universum haben sie einen spielerischen Umgang mit Materialien und die Verwandlung als Thema: Einerseits wirken sie natürlich, auf der anderen Seite sind sie offensichtlich konstruiert und entwickeln sich ständig weiter. Sie bewegen sich von einer Form zur nächsten oder von einem Material zum nächsten. Dies gilt auch für Andersens Märchen, die von Meerjungfrauen, Tannenbäumen, Schneemännern, Pflanzen usw. handeln, die alle auf dem Weg aber nicht an ihrem Ziel sind. Sowohl für Andersen als auch für Oliveira ist es dieser temporäre Zustand und der prozessuale Aspekt, der im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht.“

Henrique Oliveira

Henrique Oliveira ist ein international anerkannter Künstler, geboren und aufgewachsen in Brasilien. Er erwarb seinen Abschluss in visueller Poetik an der “School of Communications and Arts, University”, von São Paulo im Jahr 2007. Bekanntheit erlangte der 47-jährige Künstler durch seine dreidimensionalen Werke aus recyceltem Holz, geprägt von seinen brasilianischen Wurzeln und seiner starken Beziehung zur Natur. Zu seinem Werk zählen u.a. die Kunstinstallation Baitogogo, eine Art riesiger Gordischer Knoten im Palais de Tokyo in Paris und die Ausstellung Something from Nothing im Contemporary Arts Center in New Orleans, Louisiana. Henrique Oliveira erhielt 2018 als Auszeichnung für seine Arbeit den Enku Grand Award vom Museum of Fine Arts, Gifu, Japan und den Prix Pierre Cardin von der Acedémie des Beaux-Arts in Paris.

*Foto: Norbert Miguletz


Louise
Alenius

Louise Alenius wurde 1978 in Charlottenlund nördlich von Kopenhagen geboren. Sie ist eine autodidaktische Komponistin, Sängerin, bildende Künstlerin und Performancekünstlerin. Nach ihrem Schulabschluss zog sie nach Paris und erhielt dort Gesangsunterricht an der Akademie, absolvierte aber nie eine formale Ausbildung. In den 1990-er Jahren begann sie mit der Komposition neuer Musik für den 2. Akt von August Bournonville‘s Ballett Napoli, das 2009 am Dänischen Königlichen Theater uraufgeführt wurde. Sie steht außerdem hinter Werken wie der Einzelaufführungsserie Porøset (2014-2018) am “Danish Royal Theatre“, einer Reihe von szenischen Arbeiten mit jeweils nur einem Zuschauer. Sie hat auch das Chorstück Rite of Nothing (2018) für Cisternerne in Frederiksberg komponiert, sowie die Kammeroper Silent Zone (2018) und die Miniaturoper für Sterbende Prequiem (2016), die für jeweils einen todkranken Patienten aufgeführt wurden. Louise Alenius wurde 2018 ausgezeichnet mit drei Reumert Award Nominierungen und dem P2 Award für das beste Konzerterlebnis und erhielt 2019 den Carl Nielsens & Anne Marie Carl Nielsen’s Ehrenpreis.

*Foto: Ulrik Jantzen

Louise Alenius hat vier Stücke für das H.C. Andersen Hus komponiert: Die Nachtigall, Die Schneekönigin, Das hässliche Entlein und Die kleine Meerjungfrau

Louise Alenius über ihren Beitrag zu H.C. Andersens Hus
”Das Andersen-Museum bietet eine seltsam-schöne Welt, in der die Besucher frei herumschweben können. Je mehr Zeit man darin verbringt, desto mehr verschmelzen Andersens universelle Geschichten mit Reflexionen über das eigene Leben – und vielleicht vergisst man, was zu welcher Sphäre gehört. In der Musik für das Museum arbeite ich mit ‘dem Einfachen und dem Unprätentiösen’ als Tor zum Erhabenen und wilden Anspruchsvollen’, weil Andersen für mich einen Künstler verkörpert, der genau diese Art von Bewegung beherrscht.“

Henrik Lübker, Creative Director, über Louise Alenius
”Louise Alenius ist eine Komponistin und Performance-Künstlerin. Sie ist bekannt für ihre originelle Herangehensweise, in der sie oft die Formate sprengt und dabei ungewöhnliche, aber immer intime und zarte Ausdrucksformen und Erfahrungen kreiert. Wie bei Andersens Märchen hat Alenius Kunst Absichten mit ihrem Publikum. Sie verstört uns und weckt etwas in uns, das wir vergessen hatten.”


Veronica Hodges entwarf eine Installation
basierend auf
der Schwalbe in Däumelinchen

Veronica Hodges über ihren Beitrag zum H.C. Andersens Hus
”Es war eine große Ehre für mich gefragt zu werden, ob ich ein Stück machen möchte für das neue Museum, basierend auf der Schwalbe aus dem Märchen von Däumelinchen. Der Gedanke hinter dem Stück war, eine Sehnsucht nach der Erfahrung von Freiheit und Kraft zu schaffen, die Andersens Symbol der Schwalbe innewohnt, aber auch die Zerbrechlichkeit, die der Geschichte innewohnt zu wahren. Ich hoffe, dass ich durch meine Installation dazu beitragen werde, neue poetische Verbindungen zwischen unserer Welt und Andersens bekanntem Universum zu schaffen.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Veronica Hodges
”Veronica Hodges schafft Installationen, die auf poetische Weise mit den Räumen in einen Dialog treten und diese transformieren. Wir brauchten eine Künstlerin, die die Schwalbe aus dem Märchen auf eine physische Weise interpretiert und zugleich die Leichtigkeit des Fluges der Schwalbe bewahrt. Erst nach einem langen Suchprozess entdeckten wir Hodges. In ihrer Scherenschnittkunst fanden wir eine Anspielung auf Andersen. Aber es war ihre Idee, eine Installation mit einem Schwarm von Schwalben zu schaffen, in dem eine Einzelne herausragt. In dieser Komposition fanden wir sowohl die Leichtigkeit des Schwalbenfluges als auch das Symbol der Freiheit aus Däumelinchen.”

Veronica
Hodges

Veronica Hodges ist eine dänische Scherenschnittkünstlerin, die Kunstwerke, große Installationen, Bühnenbilder und Modestücke aus Papier herstellt. Veronica Hodges machte ihren Abschluss als Bekleidungs- und Bühnenbildnerin an der “Danish School of Design“ im Jahr 2002 und hat in der Szenografie als auch in Installationen für Film und Theater gearbeitet. Nach einem Kunstprojekt bestehend aus Papierkleidern, stürzte sie sich 2010 in die Selbstständigkeit als Papierkünstlerin. Bekanntheit erlangte sie 2018, als sie aus Papier 16.000 Kirschblüten schuf, die von der Decke der Marmorkirche in Kopenhagen schwebten, als Teil der populären Installation Cherish, die den Fokus auf Nachhaltigkeit und
die UN- Nachhaltigkeitsziele legt. Nachhaltigkeit und ihre Vermittlung sind zentrale Themen in Veronica Hodges Werken,dabei wird sie inspiriert von der Natur mit ihrer immanenten Kraft, Fragilen Veränderlichkeit und schönen Ausdrucksweise. Sie versucht dies in einem Papieruniversum einzufangen, in dem die Geduld des Arbeitsprozesses dem Papier einen lebendigen Ausdruck verleiht.

*Foto: Stine Heilmann


Daniel
Handler

Daniel Handler ist ein amerikanischer Schriftsteller und Musiker, der auch unter dem Pseudonym Lemony Snicket bekannt ist. Er wurde 1970 in San Francisco geboren und machte seinen Abschluss an der “Wesleyan University“ in Connecticut, die ihm im selben Jahr auch ihren Poesiepreis verlieh. Daniel Handler hat eine lange Liste von Romanen und Theaterstücken veröffentlicht, ist aber vor allem bekannt durch seine Kinderbuchserie All The Wrong Questions (2012-2015) und A Series von of Unfortunate Events (1999-2006). Letztere wurde mehrfach für die Leinwand adaptiert und mehrfach verfilmt und erhielt 2018 einen Peabody Award in der Kategorie Kind & Jugend Programm. Die Bücher von Daniel Handler bestehen aus einem ständigen Metaspiel voller literarischer Referenzen, dunklem Humor und einem beißenden Sinn für Ironie. Bislang wurde sein Werk in 40 Sprachen übersetzt und 70 Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft.

*Foto: Meredith Heuer

Daniel Handler schrieb das englische Skript für den Museums Audiogiude

Daniel Handler über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Ich bin von Andersens Geschichten fasziniert, solange ich denken kann. Es war ein unheimliches Vergnügen, durch sein Leben und Werk zu wandern und für die Worte verantwortlich zu sein, die er Fremden ins Ohr flüstert.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Daniel Handler
“Als wir die passenden Autoren für das H.C. Andersen Hus finden mussten, haben wir eine lange Liste von Kriterien erstellt, die auf Andersens Art des Erzählens und seine literarischen Techniken aufbauen. Die Autorenschaft von Daniel Handler ist erstaunlich spielerisch und repräsentiert einen sprachlichen Reichtum, Humor und einen beißenden Sinn von Ironie – so wie wir es von Andersen kennen. In ihrem Spiel mit unterschiedlichen Erzählpositionen gelingt es sowohl Handler als auch Andersen auf äußerst unterhaltsame Weise, den Bund mit dem Leser immer wieder neu zu verhandeln und dafür zu sorgen, dass der zentrale Aspekt letztlich das Sprachspiel ist – und nicht die Geschichte selbst.”


Sandra Rilova ist die allgemeine
Illustratorin des H.C. Andersen Hus

Sandra Rilova über ihren Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Bis jetzt handelt es sich um das größte Projekt meines Lebens, und es wird für mich immer eine besondere Bedeutung haben. Ich hatte die Gelegenheit, Hans Christian Andersen kennenzulernen, zu erfahren wie er zu dem herausragenden Erzähler wurde und Einblick in sein umfassendes Vermächtnis zu bekommen, das er uns hinterlassen hat. Das Werk von Andersen ist an sich schon eine Welt der Inspiration. Es ist großartig, dass ich alle seine Märchen wiederentdeckt habe und diese einzigartige Möglichkeit hatte, seine Worte visuell zum Leben zu erwecken. Seine künstlerische Arbeit, seine Scherenschnitte und Zeichnungen waren dabei eine große Inspiration für mich. Mit dem Zusammenspiel meiner Illustrationen und Andersens Werk möchte ich Menschen neugierig machen und ein Fenster zu ihrer Fantasie öffnen.“

Henrik Lübker, Creative Director, über Sandra Rilova
”Das Besondere an Sandra Rilova ist, dass sie in einem einzigen Bild Geschichten mit mehreren Ebenen erzählen kann, durch die Arbeit mit Negativräumen der Bilder. Auf diese Weise etabliert sie, genau wie Andersen, ein Wechselspiel zwischen dem Konkreten und dem Symbolischen, zwischen dem Raum der Handlung und der existenziellen Bedeutung. Gleichzeitig ist ihr Universum zart, poetisch und subtil.”

Sandra
Rilova

Sandra Rilova ist eine spanische Künstlerin, die ihren Abschluss in bildender Kunst an der Universität von Bilbao absolvierte, sowie an der Eina in Barcelona in Illustration. Sie begann ihre Karriere als Illustratorin im Jahr 2018, seitdem arbeitet sie an Illustrationen für Bücher, Redaktionen, Werbung sowie für Schulen und Institutionen. Ihre Illustrationen wurden veröffentlicht in Publikationen wie Jostein Gaarder’s Sophies World (2019), Charles Perrault’s Donkeyskin (2017) und The Queen of Spades von Alexander Puschkin (2016). Sandra Rilova‘s Arbeit hat viel Lob und eine Reihe von Auszeichnungen und Nominierungen erhalten, darunter den World Illustration Awards 2017, Latin American IIlustración 5. 2020 war sie Finalistin bei der Golden Pinwheel Young Illustrators Competition im 2020.

*Foto: Bruno Rilova


Lewis
Gibson

Lewis Gibson ist ein britischer Sounddesigner, Regisseur und Drehbuchautor. Er absolvierte sein Bachelor Studium
in Musik am „Dartington College of Arts“ im Jahr 1999.
Im Laufe seiner Karriere realisierte er Installationen, Soundtracks und Klangkunst für Galerien, Museen und
Kunstfestivals wie der Tate Britain, dem Greenwich & Docklands Festival, Battersea Arts Center, New Zealand Fringe Festival und Museum of London. Lewis Gibson hat an Stücken gearbeitet, die auf der ganzen Welt
aufgeführt wurden – vom Theater für Studenten in einem Plattenladen in Tokio bis hin zu Aufführungen im nationalen Opernhaus in Damaskus. Nebenbei ist Lewis Gibson auch einer der Gründer der arabischen Theaterkompanie SARAB, die seit 2002 weltweit tourt und die Aufmerksamkeit auf Themen wie Kultur, Geschichte, Identität und Sprache lenkt.

*Foto: Ludovic des Cognets

Lewis Gibson ist verantwortlich für das gesamte Sounddesign des Museums

Lewis Gibson über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Andersen ist in vielerlei Hinsicht mit meiner Karriere verbunden. Mein erster Theaterjob als Komponist und Musiker war für eine Produktion von Die Nachtigall, die durch Schulen in Großbritannien tourte. Meine erster Arbeit als Theaterregisseur war 2012 für eine Adaption von Der standhafte Zinnsoldat. Auch meine erste Solo-Show The Day I Fell Into A Book führte mich in gewisser Weise zur Arbeit an diesem Projekt, da sie Szenen aus Die roten Schuhe und Die kleine Meerjungfrau als Teil einer größeren Erzählung enthielt. Ich dachte, ich kenne Andersen, aber nachdem ich für diese Ausstellung alle seine Märchen gelesen habe, wurde mir klar, dass ich das nicht tat. Die Zerbrechlichkeit, die Dunkelheit, die Verwendung von Metaphern und vor allem der Humor, den er in alle seine Geschichten einbettet, wirkt sehr modern, scharf und voller Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Es war ein echtes Abenteuer, in seine Arbeit und sein Leben einzutauchen und dabei mit so vielen faszinierenden Menschen zusammenzuarbeiten.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Lewis Gibson
”Lewis Gibson ist ein Sounddesigner und Schöpfer theatralischer Erlebnisse, die den Einsatz von Klang betonen. Er untersucht, wie die Schnittmenge zwischen Sounddesign und Technologie besondere Erlebnisse schaffen kann. Im H.C. Andersen Hus arbeiten wir mit einem völlig neuen Soundsystem, das es möglich macht, dass der Klang und das Spiel mit dem Klang ein zentraler Teil des Erlebnisses werden. Gibson hat ein wunderbares Gespür dafür, wie man Klang manipulieren kann, um sowohl Intimität als auch Distanz zu schaffen, was unglaublich gut zu Andersens Universum passt.”


Timothy David Orme hat eine filmische Arbeit
über das Reisens in die Fantasie
und zurück erstellt – basierend auf
Andersen eigenen Reisezeichnungen.

Timothy David Orme über seinen Beitrag zum H.C. Andersens Hus
“Wie so viele Menschen, bin ich in der einen oder anderen Form mit Andersens Geschichten aufgewachsen. Es ist eine Ehre, ein Teil davon zu sein, wie diese Geschichten an ein zukünftiges Publikum weitergegeben werden, und ich bin dankbar für die für die Möglichkeit, ein Teil dieses erstaunlichen Museums zu sein.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Timothy
„Schwerpunkt Kurzfilme sind. Wir wählten ihn als Künstler für eine Installation, bestehend aus 10 synchronisierten Bildschirmen, die als zusammenhängendes Werk den Besuchern eine Reise durch Andersens Universum als ein allumfassendes und sinnliches Phänomen ermöglicht. Orme hat zuvor eine Reihe von preisgekrönten Kurzfilmen gedreht, und es war insbesondere einer von ihnen – Afterlight – der uns inspirierte.”

Timothy
David
Orme

Timothy David Orme ist ein Animator, Filmemacher und Autor, der vor allem für seine Kurzfilme bekannt ist. Seine Filme wurden weltweit im Rahmen von Kunstveranstaltungen und Filmfestivals gezeigt, wie dem European Media Arts Fest, dem Jihalva Internationales Dokumentarfilmfestival, Raindance und Ann Arbor Film Festival. Sein Film Afterlight (2013) erforscht die Dunkelheit und Leichtigkeit des Geistes und hat eine Reihe von Preisen gewonnen, darunter den Hauptpreis beim Toronto Urban Film Festival im Jahr 2013 und den Preis für die beste Animation beim Rabbit Heart Poetry Film Festival im Jahr 2014.


Noah
Harris

Noah Harris ist ein britischer Grafikdesigner und
Filmemacher, der mit seiner roduktionsfirma Agile Films vor allem im Bereich Animation und Live-Action für Werbespots, Musikvideos und Kurzfilme arbeitet.
Er studierte traditionelles Grafikdesign und begann bald, Animation und das Filmemachen in seine Arbeit zu integrieren. Noah Harris hat Filme für hochkarätige Namen wie WWF, Ford, Google und Grolsch realisiert
und hat zuletzt mit Gorillaz zusammengearbeitet, an dem Musikvideo zu Garage Palace mit Little Simz aus dem Jahr 2017. Seine Arbeit erhielt viel Anerkennung unteranderem von D&AD, The UK MVAs, British Arrows und Creative Review.

*Foto: Kitty Nasmyth

Noah Harris ist der Kopf hinter den meisten Projektionen rund um das H.C. Andersen Hus

Noah Harris über seinen Beitrag zu H.C. Andersens Hus
“Während des letzten Jahres hatte ich die Freiheit, die Welt von Hans Christian Andersen zu erforschen und eine eigene visuelle Antwort oder sogar Begleitung zu seinem Werk zu schaffen. Obwohl es sich vordergründig um klassische Märchen handelt, sind Andersens Geschichten von Zweideutigkeit durchdrungen, es gibt selten ein traditionelles Happy End, was mir die Freiheit gibt, die dunkleren Untertöne der Geschichten zu erforschen und ein einzigartiges Gefühl von Atmosphäre und Stimmung zu schaffen. Die Zeit zu haben, diesen Prozess zu durchlaufen und natürlich in der Lage zu sein, eine Gruppe wirklich großartiger kreativer Köpfe zusammenzubringen, um gemeinsam die perfekte Lösung zu finden, macht dieses ganze Projekt zu etwas Besonderem. Es ist seltsam zu denken, dass ein so großes Thema wie das Werk von Hans Christian Andersen zu einer so persönlichen Reise werden kann – wenn man jedoch darüber nachdenkt, welche Art von Reise könnte es sonst sein?”

Henrik Lübker, Creative Director, über Noah Harris
”Ich kannte Noah Harris nicht, als die usstellungsdesigner von Event Communications mich ihm vorstellten. Aber er zeigte ein tiefes Verständnis sowohl für Andersens Universum und als auch für das Museumsprojekt. Von der bedrohlichen Unterwasserwelt der Meerjungfrauen bis zum tragischen Schicksal des kleinen Streichholzmädchens, von der wilden Reise des unerschütterlichen Zinnsoldaten bis zum Schwanenflug des hässlichen Entleins: Noah Harris hat zutiefst poetische und schöne Visualisierungen von Andersens Märchenwelt geschaffen.”


Andy Gent ein Puppenmacher, der die Puppen geschaffen hat für Der standhafte Zinnsoldat, Die kleine Meerjungfrau, Die Schneekönigin und
Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern

Andy Gent über seinen Beitrag zu H.C. Andersens Hus
“Mit großer Freude wurde ich von Noah Harris gebeten, einige Figuren für dieses erstaunliche und einzigartige Projekt zum Leben zu erwecken. Mit diesen Charakteren sind wir alle aufgewachsen und haben ein klares Bild von ihnen vor unseren Augen. Sie hier zu sehen, wie sie sich bewegen und herumlaufen, war also ein wahr gewordener Traum. Durch den Einsatz von Stop-Motion-Animation, Puppenspieltechniken sowie traditionellen und alten Erzähltechniken wollen wir die berühmten Figuren von Hans Christian Andersen in unsere Welt bringen – realistisch und plastisch.”

Henrik Lübker, Creative Director, über Andy
”Andy Gent war der Puppenmacher bei Filmen von Tim Burton und Wes Anderson und ist ganz offensichtlich talentiert. Deshalb war es auch eine große Freude, als er zusagte, Teil der Gestaltung dieses neuen Museums zu werden. Seine Ästhetik bringt etwas Organisches, Taktiles und eine poetische Schönheit, die gut zum Rest der Ausstellung und der Architektur selbst passt.”

Andy
Gent

Andy Gent ist ein britischer Puppenmacher, der Puppen für Animationsfilme, Stop-Motion-Filme und Werbespots herstellt. Sein Interesse an mechanischem Spielzeug wurde in seiner Kindheit geweckt und verfestigte sich, als er seine ersten beiden Kurzfilme an der Universität drehte.

Andy Gent macht seit mehr als 25 Jahren Puppen. Er steuerte Puppen zu Tim Burtons Stop-Motion-Film Corpse Bride (2005) bei, genauso steckt er auch hinter mehr als tausend verschiedenen Hundepuppen in Wes Andersons Stop-Motion Komödien Drama Isle of Dogs (2018).


Simon
McBurney

Simon McBurney ist ein britischer Schauspieler,
Drehbuchautor und Theatermanager. Er absolvierte sein Studium 1980 in Cambridge in englischer Literatur, seine Fähigkeiten auf der Bühne baute er am “Institut Jacques Lecoq“ in Paris aus. 1983 gründete er mit Annabel Arden und Marcello Magni die Theatergruppe “Théâtre
de Complicité“, dessen Leiter er heute ist. Im Laufe der Jahre hat er mehrere spektakuläre Stücke auf die Bühne gebracht, darunter Shakespeare, Beckett, Brecht, Ruzzante und Arthur Miller. Er hat auch Headliner-
Shows auf Festivals produziert, wie zum Beispiel seine Produktion von Der Meister und Margarita im Jahr 2012 für das Festival von Avignon und Beware of Pity für die Schaubühne in Berlin im Jahr 2015. Neben seiner Arbeit im Theater hat er auch in einer Reihe von Filmen mitgespielt, darunter Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1, Robin Hood, Der goldene Kompass, Die Entdeckung der Unendlichkeit und Mission Impossible – Rogue Nation. 2005 wurde er für seine treuen Dienste auf dem Gebiet des Schauspiels zum “Officer of the Order of the British Empire“ ernannt.

*Foto: Francisco Peralta Torrejón

Simon McBurney spielt Hans
Christian Andersen in der englischen
Version des Museumserlebnisses

Henrik Lübker, Creative Director, über Simon McBurney
”Simon McBurney ist ein Schauspieler und Theatermanager, der sich genau wie Andersen für das Innenleben und die transformativen Qualitäten eines jeden Individuums interessiert. In seinem Universum können sich Bücher in Vögel verwandeln, ein Stuhl kann zu einem Menschen aus der Jungsteinzeit werden, und ein Stück Stoff kann zu singen beginnen. Aber auch in seinem eigenen Handeln besitzt er eine seltsame Dualität zwischen zarter Zerbrechlichkeit und Eitelkeit, die Andersens Geist unglaublich gut einfängt.“


George Shelbourn erweckt eine Reihe von
Sandra Rilovas Illustrationen zum Leben, darunter
Die kleine Meerjungfrau und Däumelinchen

George Shelbourn über seinen Beitrag zu H.C. Andersens Hus
“Wir hatten das Vergnügen, über ein Jahr lang mit dem Museum zusammenzuarbeiten, während wir den Großteil der animierten Inhalte für die Installationen produzierten. Das Projekt hat uns wirklich aus unserer Komfortzone herausgebracht und uns dazu inspiriert, einen erzählerischen Ansatz für die Animationen zu gehen. Andersens Werk wurde schon so oft nachgestellt, dass wir die Möglichkeit hatten, den Geschichten, die wir alle so gut kennen, eine eigene Note zu geben.”

Henrik Lübker, Creative Director, über George Shelbourn
”George Shelbourn hat ein besonderes Talent, wenn es darum geht, eine komplizierte Erzählung zu komprimieren und in eine einfache visuelle Geschichte zu verwandeln, die er basierend auf den Illustrationen von Sandra Rilova inszeniert und animiert.”

George
Shelbourn

George Shelbourn ist ein britischer Animator und Illustrator, der an der „Lincoln University“ seinen Abschluss in Medienproduktion absolvierte. Seine ersten Erfahrungen mit Animation machte er im Alter von fünf Jahren. Erst nachdem sein erster Kurzfilm von Vimeo ausgewählt wurde, entschied er sich endgültig diesen Weg zu gehen. Im Jahr 2012 wurde er Head of Animation bei Casual Films, und arbeitete zusammen mit Kunden wie Wimbledon, IBM, Samsung und PwC. Im Jahr 2017 machte sich George Shelbourn selbstständig und ist heute der Leiter von MUTE Animation Studio.


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